Lasst Blumen brennen!

Christopher Wurmdobler | Stadtleben | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

PROJEKT Am Stubenring befindet sich auf siebzehn Quadratmetern Wiens wohl winzigste temporäre Galerie: das "Blumen".

Teilweise abgeschlagene Fliesen, brüchiges Parkett, ein Waschbecken, eine Gastherme, zwei Heizkörper, bizarr viele Schalter. Helles Neonlicht an der Decke, draußen über der gläsernen Eingangstür ein schönes Wort in Leuchtbuchstaben, das nicht so wirklich zum einigermaßen tristen Ambiente passen will: "Blumen". Doch vor allem die Kunst an den Wänden des winzigen Ladens irritiert die Passanten. Andere schauen neugierig: Was ist da los? Dass leerstehende Geschäftslokale eine Zeitlang für Kunst, Installationen oder anderen Schabernack genutzt werden, ist in Wien keine Seltenheit mehr. Vor allem in der angesagten Vorstadt, im Ottakringer Brunnenviertel zum Beispiel, hat sich in den letzten Jahren eine recht lebendige Zwischennutzungsszene entwickelt: Arbeiten in Auslage.

Die Temporärgalerie mit dem Blumenlogo ist aber nicht irgendwo in Suburbia, sondern in bester zentraler

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