Bruch des Leistungsprinzips

Gabriele Michalitsch | Steiermark Politik | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

GASTKOMMENTAR Ein Grundeinkommen könnte die Armut in Österreich bekämpfen und das System umkrempeln. Es stellt das Leistungsprinzip in Frage und könnte auch als Verzicht auf Vollbeschäftigungspolitik interpretiert werden.

Arbeit und Einkommen bestimmen nicht nur individuelle Lebenschancen, Handlungsoptionen und Identitäten wesentlich. In kapitalistischen Gesellschaften repräsentieren und reproduzieren sie auch Macht. Diese manifestiert sich nicht zuletzt in Ungleichheiten der Verteilung von Arbeit und ihrer Entlohnung. So findet ausschließlich Erwerbstätigkeit als Arbeit Anerkennung. Vorrangig Frauen zugewiesene Versorgungsarbeit im "Privaten" - Hausarbeit, Kinderbetreuung, Kranken-oder Altenpflege - hingegen wird als "Liebesdienst" betrachtet und nicht entlohnt.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen in existenzsichernder Höhe zielt auf Entkoppelung von Arbeit und Einkommen. Es stellt nicht Erwerbsarbeit in den Vordergrund, sondern materielle Sicherung und führt somit zu einem Bruch

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