Mit G.R.A.M. durch China

Fee und Tal, umarmt

Steiermark Kultur | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: "Quäle nie eine Fee zum Scherz, denn sie fühlt wie du den Schmerz." Die Übersinnlichen beziehungsweise die Märchen-und Fabelwesen hatten es in den vergangenen Jahrzehnten schwer im großen Reich. Man hat sie am "langen Marsch", dessen 70. Jahrestag gerade in China gefeiert wird, verscheucht. Gleich noch eine Weisheit: "Unsterblich ist die Fee des Tals: Man nennt sie mythische Weiblichkeit. Die Fee steigt ins Tal hinab und wieder herauf; das ist der Atem. Fee und Tal halten einander umarmt: Das ist das Leben." Meinte Lao-tzu. In der Vergangenheit wurde das Atmen erschwert. Die Fee war in der Regelmäßigkeit ihrer Bewegung zwischen Berg und Tal behindert. Heute hat sich das übersinnliche Personal dank Uncle Sam wieder erholt. Dass der Drache erwacht und im Begriff ist, sich mit dem Tiger zu vermählen, wissen mittlerweile nicht nur die Wirtschaftsanalysten. Und die Fee? Die mythische Weiblichkeit? Sie steht vor dem Eingang einer Pizza-Hut-Filiale und soll die guten Menschen von Sichuan ins Lokal locken. Junk Food konsumieren mit und ohne Stäbchen. "Walmart" hat gerade eine Shoppingmall in Chengdu eröffnet: That's life.

Das Grazer Künstlerduo G.R.A.M., derzeit für drei Monate auf Stipendienaufenthalt im chinesischen Chengdu, berichtet im Falter regelmäßig über Merkwürdiges aus dem Reich der Mitte


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