In Kürze

Steiermark Kultur | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

KURZKRITIK Wenn das Grazer Premierenpublikum vier Vorhänge lang völlig enthemmt jubelt, dann hat es zuvor meist ein Erfolgsmusical serviert bekommen. Oder eine Operette. Oder eine regietheaterfreie Opernproduktion. Ein risikofreieres Stück als Cole Porters Broadwayknaller "Anything goes" aus dem Jahr 1934 ist jedenfalls kaum denkbar, und die kompakte Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger, die er bereits im April 2001 am Stadttheater Klagenfurt erprobt hatte, wird ihren Zweck - Auslastung maximieren - auch an der Grazer Oper glänzend erfüllen. Stimmlich sicher und leidlich tanzend spielt sich das Ensemble durch die turbulente, ja kurzweilige und mit Porter-Superhits durchsetzte Handlung um Liebe und Leidenschaft auf einer Atlantiküberfahrt. Aber warum für die Grazer Aufführung nicht zumindest in Ansätzen eine Aktualisierung des Buchs versucht wurde - das Broadway-Original spiegelte vor allem den New-Deal-Optimismus von Franklin D. Roosevelts Amerika wider - bleibt völlig unerklärlich.


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