VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Zum fünfzigsten Geburtstag des Künstlers Walter Pichler brachte der Falter einen Essay von Herbert Lachmayer. Hier ein Auszug:

"Pichler beschreitet den Grat zwischen etabliertem Künstlertum und seiner ursprünglichen Einbildungskraft; dieser entnimmt er die Ausschließlichkeit des Arbeitsbesessenen, der den Anpassungsdruck und den Repräsentationszwang durch Kunstmarktroutine und Kunstöffentlichkeit zu relativieren weiß. Er vermeidet sowohl die moralisierende Haltung, sich als Randexistenz außerhalb des Marktes zu exhibitionieren, als sich andererseits so vereinnahmen zu lassen, dass er endgültig eingepasst nur noch seinem Geltungsbedürfnis frönen müsste, um im Anflug kulturpolitischer Machtgier ein zynisches Dasein zu fristen. Die narzisstische Selbstinszenierung des ideenmüden und erfolgsgeilen Karrieristen, der der Fiktion von ,Weltberühmtheit' seine Kreativität geopfert hat, zeigt die Gefahr dieser Borderline-Situation, der auch ein kongenialer Protagonist seiner Generation

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