Zurück in die Mitte?


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

AUSLAND Midterm Elections in den USA: Entspricht ihr Ergebnis den Voraussagen, bricht das Ende der Ära Bush an.

Zu den Erwartungen in eine Demokratie gehört, dass katastrophale Fehlentwicklungen durch Wahlen korrigiert werden. Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004 waren in diesem Sinn eine herbe Enttäuschung, konnte doch jeder halbwegs informierte Bürger schon damals wissen, auf welches Debakel die Irakpolitik George Bushs zusteuerte. Aber die Erinnerung an die Anschläge des 11. September ermöglichte es den Republikanern vor zwei Jahren noch, die wachsenden Zweifel unter dem breiten Mantel des "Antiterrorkrieges" zu ersticken. In den letzten Wochen schafften es selbst Fox News und andere stramm konservative Medien nicht mehr, die Hiobsbotschaften aus dem Irak zu verstecken. Vor zwei Jahren waren christliche Fundamentalisten in Scharen für George Bush an die Urnen gegangen, weil sie der Homosexuellenehe den Weg versperren wollten und auf abtreibungsfeindliche Richter hofften.

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