Grasser im Hinterkopf

Vorwort | Gerald John | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

KOMMENTAR Die Koalitionsverhandlungen zeigten: Karl-Heinz Grassers sture Dogmen sind längst Commonsense. Auch in der SPÖ.

Der Abgesang war voreilig. Als die SPÖ die Wahlen am 1. Oktober gewonnen hatte, erschienen allerorts, auch im Falter, Nachrufe auf Karl-Heinz Grasser. Doch so schnell wird die Politik Grasser nicht los. Ganz egal, ob der ÖVP-Schützling nun Finanzminister bleibt oder nicht.

Grassers Bilanz ist bescheiden. Das Nulldefizit erreichte er nur einmal, die Arbeitslosigkeit stieg auf Rekordniveau, von einem atemberaubenden Wirtschaftsaufschwung fehlt jede Spur. Dennoch war Jörg Haiders einstiger Ziehsohn höchst erfolgreich.

Sechs Jahre lang führte Grasser den Egotrip einer Gesellschaft an, die Geiz immer geiler findet. Steuern runter! Der Speck muss weg! Keine Rückkehr zur Schuldenpolitik! Unermüdlich hämmerte der flotte Marketingminister dem Publikum Slogans ein, die stets auf dieselbe Vision hinauslaufen: Der Staat, dieser Moloch grauer Bürokraten, darf all den fitten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige