DOLM DER WOCHE

Andreas Khol

Politik | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Staatstragende Abschiedsinterviews mit etwas politischer Zeitgeschichte und einem Hauch von Charakterkopf: Bis hin zur Ö3-Quasselstunde "Frühstück bei mir" ließ sich der scheidende ÖVP-Nationalratspräsident Andreas Khol abfeiern und gab gekonnt den elder statesman. Blöd, dass Khols lange Parlamentskarriere jetzt unwürdig endet. Wie die Apa berichtete, verwehrte er dem ORF, die für die ÖVP unerfreuliche Eurofighter-Debatte live zu senden - entgegen den Usancen, ORF-Ansuchen nach Übertragungen von Debatten stattzugeben. Khol ließ die Kameras nach der Wahl der neuen Nationalratspräsidenten abschalten. Seine müde Ausrede: Die dringliche Anfrage der SPÖ sei zu spät dahergekommen, daher hätte es keinen zeitgerechten Antrag des ORF gegeben. Ein tolles Vorbild an demokratischer Kultur. Da predigt Khol die Freuden des Parlamentarismus - und dann lässt er im Zweifelsfall den kleinlichen schwarzen Funktionär raushängen.


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