Neues von ganz unten

Medien | Matthias G. Bernold | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

MEDIEN Deutschland entdeckt Unterschicht und Armut. Die Macher von Realityshows und Dokusoaps waren ein Jahrzehnt früher dran. Taugen "Big Brother" und "Tausche Familie" als Seismografen gesellschaftlicher Probleme?

Im Hof der weitläufigen Gemeindebausiedlung im 14. Bezirk spielt sich eine wunderliche Szene ab. Ein Mann und eine Frau, beide mit Sturzhelm in der Hand, spazieren über einen betonierten Weg. Dem Pärchen folgen ein Kameramann, eine Tontechnikerin mit Mikrofon an einer Teleskopstange sowie vier weitere Personen. Sobald der Kameramann einen Schwenk um das Paar macht, beginnt die Verfolgergruppe zu sprinten, um im Kameraschatten zu bleiben. Die Truppe landet einmal in der blätterbedeckten Wiese, einmal im Gebüsch.

Es ist Drehtag bei "Tausche Familie", der Dokusoap von ATV. Der österreichische Privatsender hat sich in den letzten Jahren mit originellen Reality-TV-Produkten am heimischen Markt positioniert. Neben "Bauer sucht Frau" ist die Serie das erfolgreichste derartige


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