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Medien | Gerald John | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Arme Athletinnen: Kaum entspricht eine Sportlerin dem gängigen Schönheitsideal, gerät sie auch schon in die Fänge wildgewordener Visagisten. Einst versuchten Hochglanzmagazine regelmäßig, die aparte Schwimmerin Vera Lischka zum Vamp zu stylen - und scheiterten kläglich. Nun fielen mit Lippenstift und Rouge bewaffnete Ästhetikattentäter im Auftrag von tv-media über die Skifahrerin Marlies Schild her. Fürs Cover verwandelte die Fernsehzeitschrift Schild von einer hübschen Frau in ein aufgebrezeltes Pupperl. Die Slalomspezialistin, nebenbei Freundin des kreuzbraven Olympia-, Weltcup-und Weiß-Gott-noch-was-Siegers Benni Raich, scheint über das Ergebnis selbst nicht allzu glücklich zu sein. Jedenfalls lächelt sie etwas verkrampft aus dem knallroten Blazer, den sie, mit Werbung gespickt, über nackter Haut trägt - vor allem als ihr der tv-media-Fotograf tief ins Dekolleté linst. Verständlich, wenn Skistars auch einmal sexy rüberkommen wollen. Aber mit Helm, im Trainingsanzug oder beim Mampfen von Iglo-Cremespinat wirken sie irgendwie souveräner.


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