FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Dass "Starmania" hinter dem platten Teeniespektakel ein sinistres Machwerk gefeanzter Unterhaltungsplaner ist, wurde an dieser Stelle schon gewürdigt. Doch das Wettsingen hat auch personalmäßig was zu bieten, ich sage nur: Arabella Kiesbauer und Hannes Eder. Die nervtötende Plauderquaste und der Mann, der angestrengt den harten Plattenboss mimt, machen jede Woche einen auf SM für Unterstufler. Kiesbauer scherzt, gluckst, kokettiert in Richtung Eder. Der sitzt demonstrativ kühl hoch oben auf seinem Plastikthron, ignoriert sie, übt verächtliches Schauen oder versucht sich in ironischen Anspielungen, die Kiesbauer halt nicht versteht. Ein tragisches Schauspiel. Vor allem schlimm für Eder, der vor seiner Plattenindustriekarriere auch mal kurz lässig sein durfte, damals bei FM4. Heute muss er die plumpen Anzüglichkeiten einer Unterhaltungstante ertragen und hilflos dabei zusehen, wie sie ständig an verstörten Teenies herumtatscht - Umarmungen, Bussibussi, Handihalten. Frau Fiesbauer, wie sie einst die Bild taufte, ist nämlich extrem touchy veranlagt. Sie sollte dringend an ihrem Anlassigkeitsproblem arbeiten.


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