Kommentar

Was muss die neue Gehrer können?

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Kulturpolitik zu machen ist manchmal genauso schwer wie Popstar zu sein. Madonna fuhr etwa unlängst nach Afrika, um einen kleinen Halbwaisen zu adoptieren und ihm damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die öffentliche Empörung war groß, erregte die Sängerin dabei doch den Anschein, als würde sie das Kinderadoptieren mit derselben hedonistischen Geisteshaltung betreiben wie das Shopping in Edelboutiquen oder das Sammeln von Kunstwerken.

Dieser Vorfall ist zwar eine der vielen Lifestylegeschichten, die morgen wieder vergessen sein werden. Aber auch wenn die Gottesmutter selbst unter etwas dubiosen Umständen zu ihrem Sohn gekommen ist, offenbart die Empörung über Madonnas Adoption eine große gesellschaftliche Verunsicherung. Können sich die superreichen Material Girls und Boys denn alles kaufen, auch eine Kinderseele, das Symbol kommerzfremder Unschuld?

Die Museumsdebatte der letzten Jahre ist gar nicht so weit von der Madonna-Geschichte entfernt (siehe Seite 22). Hat Bildungsministerin


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige