Raum für die Zukunft

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

FILM Die aus vierzig Filmen der letzten sechs Jahre bestehende Schau "Notre musique" umreißt ein Kino der Gegenwart, das bei aller Disparatheit klarmacht: Geschichte findet immer noch statt.

Man muss, wenn von der Utopie Film die Rede ist, einen Augenblick die Kinogewohnheiten hinter sich lassen", schrieb Alexander Kluge 1964 in seinem Traktat "Die Utopie Film", seinem Plädoyer für ein neues Kino der Autoren. "Es geht aber nicht darum, den Film von einer Macht an eine andere auszuliefern, sondern um die Vorstellung, dass bis zu einem gewissen Maße Filme unabhängig vom jeweiligen augenblicklichen Zweck gestaltet werden sollten."

Kluges Forderung an das erstarrte deutsche Kino der Nachkriegszeit geht von zwei Prämissen aus, die stark mit einer Bewusstwerdung von Gegenwart zu tun haben: einerseits einen Augenblick lang den Kino-und somit auch Sehgewohnheiten zu entfliehen und sich auf die Suche nach neuen Bildern zu begeben; und andererseits den augenblicklichen Zweck dieser Bilder, nämlich


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