Die bewegten Männer

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

FILM "Deutschland. Ein Sommermärchen" zeigt nochmal die Fußball-WM. Aus deutscher Sicht.

Nichts ist trostloser als die Übertragung eines Fußballspiels, das schon entschieden ist, auf Video nachholen zu müssen. Im vorliegenden Fall, nämlich der WM 2006, kommt strafverschärfend hinzu, dass einem der jeweilige Spielendstand kaum entgangen sein dürfte. Beides zusammen erklärt, weshalb die Szenen am Platz selbst das Uninteressanteste am "nationalen Homemovie" zum deutschen Fußballsommer sind - und das jetzt (für einen guten Zweck: SOS Kinderdörfer) auch bei uns ins Kino kommt.

"Deutschland. Ein Sommermärchen" heißt der Film. Regisseur Sönke Wortmann, der seit "Der bewegte Mann" (1994) als Spezialist in Sachen prekärer männlicher Identitätsbilder gelten darf, hat seinen Heine offenkundig gelernt. Doch während der Autor von "Deutschland. Ein Wintermärchen" dereinst wie ein Fremder in seine Heimat zurückkehrte, genießt Wortmann die Erzählposition eines fully embedded journalist;

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