Material Girl

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

FILM Sofia Coppola erliegt in "Marie Antoinette" wie ihre Titelheldin dem Glanz von Versailles.

Es ist eine besondere Art der Verlorenheit, mit der die Protagonistinnen in den Filmen Sofia Coppolas nicht zurande kommen. Wie in einem Käfig sitzen die jungen Frauen in geschlossenen Gesellschaften gefangen, und als ob es darum ginge, diesen Zustand der Isolation stets aufs Neue an verschiedenen Orten aufzuspüren, sucht ihn Coppola in einem Vorort von Detroit in den Siebzigern ("The Virgin Suicides") ebenso wie in einem noblen Hotel im gegenwärtigen Tokio ("Lost in Translation"). In "Marie Antoinette", Coppolas drittem Spielfilm, erhält dieser Käfig nun ein buchstäblich goldenes Gitter und steht in ihren Augen für das wohl größte Gefängnis der Welt gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein: Versailles.

Das Bild vom eingesperrten, süßen Vogel Jugend verlangt jedoch immer das entsprechende Umfeld: Die bigotten Eltern in "The Virgin Suicides" fungierten in dem Maß als Gegenbild wie Bill Murray


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