Fremd bin ich ausgezogen

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

PERFORMANCE Striptease im Tanzquartier: In der belgischen Produktion "Nightshade" inszenieren sieben Choreografen sieben Ausziehszenen mit professionellen Nackttänzerinnen.

Das uralte Genre des Nackttanzes hat schon bessere Zeiten gesehen. Der Striptease fristet ein kümmerliches Dasein als billiges Nachtprogramm von Privatsendern; in aseptischen Shows à la Chippendales ist er zur harmlosen Unterhaltung für die ganze Familie verkommen. "Der traditionelle Striptease ist in Europa im Verschwinden", weiß Barbara Rom. "Nacktheit genügt nicht mehr, weshalb viele Stripteasetänzer auf Pornografie umsatteln."

Rom ist eine der professionellen Nackttänzerinnen, die diese Woche im Tanzquartier Wien die Hüllen fallen lassen. Für die Produktion "Nightshade" ("Nachtschatten") hat die belgische Theatergruppe Victoria sieben zeitgenössische Choreografinnen und Choreografen eingeladen, Stripteaseszenen zu inszenieren. "Solche Projekte haben bei Victoria Tradition", erklärt Dirk Pauwels, der künstlerische

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