Italien in Wien

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

MUSIKTHEATER Staats-und Volksoper haben mit Verdis "Otello" und Puccinis "Turandot" ähnliche Probleme.

Grelle Geigen, gleißendes Gegenlicht - kaum ist der Vorhang oben, schlägt einem der neue "Otello" an der Staatsoper mit voller Wucht entgegen. Doch schon nach ein paar Schrecksekunden beginnt man, sich in der düsteren Welt des "Mohren von Venedig" zurechtzufinden. So überfallsartig Christine Mielitz Giuseppe Verdis Eifersuchtsdrama nach Shakespeare (1887) beginnen lässt, so aufgeräumt wirkt ihre Inszenierung in der Folge. Ein schwarzes Podest auf der schwarzen Bühne dient je nach Bedarf als Liebesbett, Kammer oder Empore und lässt ausreichend Platz für die Chorszenen (Ausstattung: Christian Floeren). In Projektionen auf die Rückwand ziehen Wolken oder tosen Wellen; zudem sorgt eine effektvolle, an der Grenze zum Symbolismus schrammende Lichtregie (Rudolf Fischer) mit viel Rot und Blau für Bewegung.

So bleibt Mielitz nicht viel mehr zu tun, als ein Tableau vivant nach dem anderen


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