Semper Dowland

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

MUSIK Pop aus der englischen Renaissance: Sting ist ein überzeugendes klassisches Album gelungen.

Allenfalls sprachlich lassen sich diese Songs ihr ehrwürdiges Alter anmerken: "Come again: Sweet love doth now invite / Thy graces that refrain / To do me due delight / To see, to hear, to touch, to kiss, to die / With thee again in sweetest sympathy." Mit der gar fein gedrechselt formulierten Bitte um "gebührende Beglückung" beginnt einer der schönsten jener 89 (erhaltenen) Songs, die John Dowland (1563-1626) vor rund 400 Jahren komponierte. In ihrer farbenreichen Harmonik voll wohlig-schmerzlicher Dissonanzen, ihrer einfühlsam-expressiven Melodieführung und den gewagten Modulationen der begleitenden Laute jedoch wirken sie allesamt erstaunlich modern, stellen sogar vieles von dem in den Schatten, was sich der Pop des 20. und 21. Jahrhunderts an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten erarbeitet hat.

Auch Dowlands Themen sind kaum andere als die heutiger Singer/Songwriter: Es geht um Liebesleid


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