Platz für die Königin!

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

LITERATUR Am 1. November feiert Ilse Aichinger ihren 85. Geburtstag. Genauigkeit und sprachlicher Eigensinn prägen ein Werk, das bis heute nichts von seiner Frische verloren hat. Eine Würdigung.

Wir schreiben das Jahr 1947: "Schlafen S' in der Hängemattn", sagte der Beamte des Wiener Wohnungsamts und lehnte die Zuweisung eines Ersatzes für die nach 1938 enteignete Wohnung ab. Ilse Aichinger, als Tochter einer Ärztin und eines Lehrers am 1. November 1921 in Wien geboren, verbrachte ihre Kindheit in Linz, nach der Scheidung der Eltern erfolgt die Rückkehr nach Wien. "Ich erinnere mich der Küche der Großmutter. Sie war schmal und hell und lief quer auf die Bahnlinie zu." Von der Hohlweggasse im dritten Bezirk aus besucht Aichinger das Gymnasium am Rennweg und macht nach Österreichs "Anschluss" "mit Not" gerade noch die Matura. Nach den Nürnberger Rassegesetzen ist sie "Mischling ersten Grades". Während der Zwillingsschwester Helga die Emigration nach England gelingt, bleibt Ilse


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