NÜCHTERN BETRACHTET

Das Klagelied vom unschönen Liegen

Kultur | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Im breiten Spektrum unvorteilhafter Positionen, die Männer gegenüber der charmanteren Menschheitshälfte einzunehmen in der Lage sind, muss die auf dem Zahnarztsessel als durchaus spitzenplatzverdächtig eingestuft werden. Gewiss, sollte man von der eigenen Frau zufällig dabei erwischt werden, wie einem der zur Reparatur des Durchlauferhitzers bestellte Installateur gerade frischgemachte Topfenpalatschinken ums steife Glied rollt, käme das vermutlich auch nicht très super, aber dann folgt bald schon der Zahnarztsessel, der ja an sich schon stark gegen die Theodizee spricht. Aus irgendeiner perfiden Logik heraus neigen Frauen im Dentalbusiness auch noch zur Attraktivität. Dabei ist Stress ohnedies schon ein Faktor, der die Zäune der Zivilisation morsch werden lässt und der Stabilität der Sitten wenig förderlich ist. Man weiß das aus den Spitälern, wo Anästhesist und Oberschwester, Primar und Raumpflegerin ständig mit mutualer Genitalvisite befasst sind, wenn nicht gerade was


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