BILDERBUCH

Kultur | aus FALTER 44/06 vom 02.11.2006

Wenn sich die Popularität in Publizität ausdrückt, dann haben im Tierreich wohl die Katzen die Nasen vorne. Katzenbücher gibt's zum Schweinefüttern. Vielleicht sind Rudi Hurzlmeier und Harry Rowohlt gerade deswegen - sozusagen gerechtigkeitshalber - auf den Hund gekommen. Gerade in Wien aus guten Gründen umstritten, wird der Hund von den beiden zu einem höchst komplexen Individuum mit breiter Gefühlspalette hochgejazzt, der uns dreist und verwegen, scheu und sensibel aus Hundeaugen anblickt ("Ich? Ein Hund? Dass ich nicht reiher! / Ich fühle mich als Lämmergeier"). Das entspricht nicht der Realität, aber Dichter und Künstler dürfen lügen. Als Nächstes dann bitte das Wombatbilderbuch!

Rudi Hurzlmeier: Ich wollt, ich wär ein Hund. Mit Versen von Harry Rowohlt. Frankfurt/M. 2006 (Gerd Haffmans bei Zweitausendeins). 20 farbige Bilder, ca. E 9,90 / K. N.


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