Mythos Bildung

Vorwort | Maria Wölfingseder | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

KOMMENTAR Eines darf man in der Unterschichtdebatte nicht vergessen: Auch Bildung schützt nicht mehr vor Arbeitslosigkeit.

Dass Arbeitslosigkeit vor allem die Ungebildeten treffe, ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Auch Robert Misik schreibt in seinem Kommentar mit dem Titel "Diagnose: Asozialität" (Falter 43/06) bezüglich der Unterschichtdebatte in Deutschland: "Bildungspolitik ist das Wichtigste, um die Fatalität der negativen Sozialvererbung zu unterbrechen." Sicher gibt es dieses Phänomen, aber auch eine gute Bildung schützt schon lange nicht mehr vor Arbeitslosigkeit. Spätestens seit Barbara Ehrenreichs Buch "Qualifiziert und arbeitslos" sollte sich dieser Mythos erledigt haben.

Es sind also bei weitem nicht nur - wie Misik meint - die ohne Chancen, die am falschen Ort lebten, in die falsche Schule gingen, die falsche Muttersprache hätten oder in die falsche Familie hineingeboren wären. Auch für jene, bei denen sehr wohl alles "richtig" läuft, sind die Aussichten


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