Mediator der Nation

Politik | Gerald John Und Nina Weissensteiner | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

KOALITION Während sich Rot und Schwarz täglich aufs Neue bekriegen, kämpft ein einsamer Mahner noch immer für die große Koalition. Als bewährter Friedensstifter verschreibt sich Bundespräsident Heinz Fischer der gleichen Mission, an der schon sein Vorgänger scheiterte.

Da soll noch einmal einer behaupten, der Bundespräsident leide unter Harmoniesucht. Ausgerechnet zu Allerheiligen gab sich Heinz Fischer im Wiener Konzerthaus ein höchst aufwühlendes Spektakel. "Wahnwitzige Virtuosität" und "rasende Kaskaden" hörte der Rezensent des Standard heraus, "kratzen, blöken, blubbern" registrierte der Kritiker der Wiener Zeitung. Doch je anstrengender die Geräuschkulisse, desto entspannter wirkte Fischer. Zufrieden genoss er die letzten Stunden des Feiertages: "Nichts kann mir diesen Abend verderben."

Heinz Fischer liebt schräge Töne - wenn sie von einem Orchester stammen. Der ehemalige Musikschüler Friedrich Cerhas, des heutigen Starkomponisten der Moderne, besitzt ein Abo für die


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige