PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

"Ich war immer gewohnt, der Beste zu sein." - Wer reflektiert da so kritisch die eigene Karriere? Hermann Maier? Lance Armstrong? Michael Schumacher? Viel prominenter. Robert Seeger, ewiger Sportreporter des ORF, gibt nach 1056 Skiübertragungen und mindestens zehnmal so vielen gedroschenen Phrasen in einem Special der Sportwoche ein Abschiedsinterview. In typischer Bescheidenheit spricht der mehr komische als kompetente Kommentator über seine spektakulär erkämpften Triumphe: "Als wir im Olympiaslalom einen Drei facherfolg hatten, dachte ich, es ist vielleicht gut, am Höhepunkt aufzuhören." Über seine legendäre Popularität: "Ich kann damit leben nicht mehr zu kommentieren, auch wenn es den Zuschauern leidtut." Über den reißenden Absatz eigener Fanartikel: "Pullover werde ich weiterhin kaufen - und zum guten Zweck versteigern." Und über seinen Nachfolger Oliver Polzer: "Er hat bei mir gelernt, was man gut und schlecht macht." Nachfrage der Sportwoche: "Was haben Sie schlecht gemacht?" Seeger lächelnd: "Das war jetzt eher rhetorisch gemeint."


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