FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

Sie lassen sich aufbrezeln, sie jaulen, sie posieren, sie rennen auf Befehl und machen sich zum Deppen. Nein, nicht die hormongeschüttelten Teenies auf dem Weg zum Popstar oder die Mädchen mit Heidi-Klum-Komplex, die Supermodel werden wollen - es sind unschuldige Tiere, die im neuen Realityformat "Top dog - Deutschland sucht den Superhund" (Vox, Di., 21.10 Uhr) von ihren krankhaft ehrgeizigen Eigentümern vor die Kamera gezerrt werden. Was dann kommt, klingt nach Vorhölle für Köter: Die zwölf ausgewählten Hunde ziehen samt Besitzern in ein knallhartes Trainingscamp, dort werden die Tiere von Trainern rangenommen. Sie sollen schließlich lernen, in jeder noch so blöden Situation "gute Figur" zu machen: ob bei der Modenschau, beim Intelligenztest oder Foto-Shooting. Wo sind bitte schön die "Vier Pfoten", wenn man sie braucht? "Charisma, Talent, Persönlichkeit", wünscht sich der Sender vom Superhund. Und wer menschliche Castingshowsieger kennt, kann sich schon ausrechnen, welcher Kläffer gute Gewinnchancen hat: am besten, du bist ein liebenswerter Schleimer von einem Golden Retriver.


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