"Mozart war Untergrund"

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

NEW CROWNED HOPE Regisseur Peter Sellars gestaltete ein multikulturelles Mozartfestival und griff dabei auf ein paar gewagte Thesen und seine Erfahrung als sozialpolitischer Theateraktivist zurück. New Crowned Hope könnte der krönende Abschluss des Wiener Mozartjahres werden.

Ladies and Gentlemen, seien Sie stolz und glücklich, denn eines Tages werden Sie Ihren Enkeln erzählen können, dass Sie dabei waren: hier und jetzt auf dieser Pressekonferenz!" - Es ist nicht immer ganz klar, wo bei Peter Sellars der Enthusiasmus endet und die Ironie beginnt. Auf besagter Pressekonferenz, die Ende Oktober im Wiener Rathaus stattfand, saß nicht etwa Günter Schabowski, um den Fall der Berliner Mauer bekanntzugeben. Das versprochene epochale Ereignis bestand lediglich darin, dass Sellars das Programm für das von ihm kuratierte Mozartfestival New Crowned Hope vorstellte.

Zwar mag manchem Kulturjournalisten der Termin durchaus historisch vorgekommen sein, hatte der amerikanische Regisseur in den


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