Bezaubernd schön

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

NEW CROWNED HOPE Im großen Festival zum Ende des Mozartjahres versteckt sich ein kleines, feines Filmfestival: Sieben Filmemacher aus aller Welt zeigen, was Erzählen im Kino heute heißen kann.

Eine Ärztin verlässt mit zwei Kollegen ihren Arbeitsraum. Sie plaudern miteinander, die Tür fällt zu, sie bewegen sich einen Flur hinunter. Aber während ihre Gespräche über die Bars beim Krankenhaus auf der Tonspur weiterlaufen, schwenkt die Kamera in die Gegenrichtung ab und fährt langsam, als hinge sie einem ganz anderen Gedanken nach, auf die offene Landschaft hinter dem Fenster zu. So unspektakulär die Beschreibung vielleicht klingt, diese Szene ist eines der kleinen Wunder aus "Sang Sattawat" ("Syndromes and a Century"), einem Film des Thailänders Apichatpong Weerasethakul, der einem jenes Gefühl gibt, das andere vielleicht in den Sechzigerjahren bei ihrem ersten Godard verspürt haben: Hier macht einer Kino, wie man es noch nicht kennt.

"Sang Sattawat" ist eine von insgesamt sieben


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