Das doppelte Lottchen

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

FILM Dominik Molls überambitionierte, unterrealisierte Thrillergroteske "Lemming" fantasiert formelhaft vom Zerbröseln einer Spießeridylle.

Zu Beginn ist der Notfall nur ein Testmanöver. In einem aseptischen Modellbadezimmer löst ein Laborassistent mit beflissener Miene einen Rohrbruch aus. Es folgt die Demonstration des neuesten Hightechgimmicks von Ingenieur Alain Getty (Laurent Lucas): einer ferngesteuerten Propeller-Webcam, mit deren Hilfe man noch vom Urlaubsort aus daheim nach dem Rechten sehen und notfalls eine Reparatur dirigieren kann.

So viel besessene Blickkontrolle kann im Kino auf die Dauer nicht gut gehen, und deshalb wird in den folgenden zwei Stunden Film das wohlgeordnete Leben des aufstrebenden Jungspießers Alain und seiner adretten Gattin Bénédicte (Charlotte Gainsbourg) gründlich durcheinandergeraten. Wie so oft im Märchen - oder in einem Lynch-Film - beginnt alles mit einer harmlosen Überschreitung (nämlich zwischen Berufs-und Privatleben): Alains Chef Richard


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