Schwarze Madonna

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

FILM Alfonso Cuaróns Sci-Fi-Thriller "Children of Men" erdet ein bedeutungsschwangeres Zukunftsszenario in pfiffigen Details und griffigem Realismus.

Großbritannien "in der nahen Zukunft" - nach "Brazil" oder "V for Vendetta" weiß man schon recht genau, was man sich darunter vorzustellen hat: Terroranschläge gehören zum Alltag, Flüchtlinge werden in Ghettos hinter Stacheldraht zusammengepfercht und die linke Öffentlichkeit hat sich entweder in paramilitärischen Splittergruppen organisiert oder - wie Michael Caine in einer tragenden Nebenrolle als schrulliger Exkarikaturist mit Hippiemähne, Häuschen im Wald und eigener Hanfplantage - endgültig ins Private zurückgezogen.

Der eigentliche Clou des Zukunftsszenarios von "Children of Men" aber lautet: Aufgrund einer unerklärlichen globalen Fruchtbarkeitskrise wurde seit 18 Jahren schon kein Kind mehr geboren. Die Menschheit sieht sich selbst beim Aussterben zu. Das hört sich verdächtig nach der weinerlichen Angstfantasie besorgter

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