STREIFENWEISE

Kultur | J. Schätz / M. Mckechneay | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

Das "Gladiator"-Gespann Ridley Scott und Russell Crowe ist nach Südeuropa zurückgekehrt. Das Ergebnis ist diesmal zwar in der Gegenwart angesiedelt, aber nicht weniger outlandish: Als Londoner Börsenmakler mit kühnem Mittelscheitel und kaltschnäuzigem Gewinnergehabe erbt Crowe Chateau und Weingut seines Lieblingsonkels in der Provence und verfällt während seines kurzen Aufenthalts dem diskreten Charme von Landschaft, Kulinarik und Bevölkerung. "Ein gutes Jahr" nennt sich diese Aussteigerfantasie vom Versinken im sinnlichen Süden, wohl weil "Zwei Stunden in der Wohlfühlhölle" als Titel schon vergeben war. Franzosen, das sind hier grobe, herzensgute Weinbauern, die beim Tennisspielen Proust zitieren, oder kecke, charmante Straßencafébesitzerinnen, die mit ihren Einkäufen über malerische Landstraßen Rad fahren. Vom ähnlich biedermeierlichen Solipsismus eines Films wie Michel Gondrys "The Science of Sleep" trennt diese linkische Untat lediglich der Hipnessfaktor.

"I zoag di


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