SPIELPLAN

Kultur | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

Balkankrieg, drei Männer im Niemandsland; ein Serbe, zwei Bosnier; einer angeschossen, einer liegt auf einer Mine: die ideale Situation für ein Minidrama, das die Absurdität dieses Konflikts (und anderer) thematisiert. Die Gruppe daskunst zeigt eine Bühnenversion des Filmes "No Man's Land" von Danis Tanovic (nächster Termin: 16.11., Theater Akzent). Weil es sich bei daskunst um eine "multinationale Gruppe für Tanz, Film, Musik und alles andere" handelt, stehen dabei in erster Linie Laien mit Migrationshintergrund auf der Bühne. Das merkt man zwar, ist aber sehr in Ordnung. Die jungen Schauspieler entwickeln immer wieder rührende und mitunter sogar witzige Momente, die dazu erfundenen Rahmenhandlungen (z.B. ein Kind mit Computerkriegsspiel) überzeugen dramaturgisch weniger als das Kammerspiel, und wenn nach einer Art Sängerwettstreit eine Granate vom bosnischen ins serbische Lager fliegt und das Publikum applaudiert, wundert man sich schon ein bisschen. Aber Krieg ist wohl so. Vor allem ist er noch nicht zu Ende.

Wer herzlich lachen will, muss zu Mike Supancic. Der kann nämlich super musizieren, singen und parodieren. Und er hat ein wunderbares Gespür fürs richtige Timing. Deshalb bringt der Kabarettist jetzt auch das Best-of-Programm "Auslese" auf die Kleinkunstbühnen des Landes (nächste Wien-Termine: 10. und 11.11., Orpheum, jeden Di Kabarett Niedermair): Prominente dürfen sich ihre Lieblingsnummern wünschen, der Steirer erfüllt sie den Freunden aus dem Showgeschäft sehr gerne und spielt Witziges aus fast zwei Jahrzehnten. Das merkt man zwar ein bisschen, weil über Arnold Schwarzenegger macht man heute echt keine Späße mehr. Aber: Keiner kann den Peter Alexander oder den Ottfried Fischer so gut wie Supancic. Und wenn er Helge Schneider parodiert, der wiederum Hans Moser parodiert, dann ist das wahnsinnig komisch. Und, ja, eh, über das Elvis-Medley oder den Kärntner Ku-Klux-Klan (mit Billa-Sackerl überm Kopf) haben wir dann doch auch sehr lachen müssen.


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