Der Fall "Isolierband"

Steiermark Politik | Herwig G. Höller | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

KROATIEN 15 Jahre nach Kriegsverbrechen gegen serbische Zivilisten in Osijek wird der Provinzhäuptling Branimir Glavac angeklagt. Die rechte Politelite im Südosten Kroatiens hält ihrem Idol trotzdem die Treue. Kritische Stimmen vor Ort sind Mangelware.

Ein Abend vergangener Woche im Zentrum der kroatischen Stadt Osijek: Plötzlich taucht die Juniorenmannschaft des kroatischen Erstligisten NK Osijek auf und posiert am Hauptplatz mit ihren Funktionären. Auf den Trainingsjacken der jugendlichen Fußballer befinden sich "Sei trotzig, oh Slawonien!"-Sticker, manche halten "Halte dich, oh widerständige Stadt!"-Leibchen in Händen. Ein wenig abseits steht der fünfzehnjährige Filip Glavac, der sich dieser Tage über mangelnde Medienpräsenz nicht beklagen kann. "Komm' Filip, stell' dich zu uns!", rufen ihm die Funktionäre zu. Filip stellt sich artig zum Vereinsdirektor, die Fernsehkamera eines Lokalsenders läuft, Fotoapparate klicken. "Das ist eine Aktion zur Unterstützung unseres Vereinspräsidenten


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