Fabulieren am Sprungbrett

Ulrich Tragatschnig | Steiermark Kultur | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

KUNST Mit der Ausstellung "Erzählungen" verschreibt sich das Kunsthaus Graz endlich der Förderung junger Talente.

Die Zeiten von großer Erzählung und allgewaltigem Erzähler sind vorbei. Wie man in den Achtzigerjahren erkannte, wurden sie längst vom Zitat abgelöst. Mit ihm relativiert sich jeder narrative Standpunkt automatisch.

Der Mut, eine Ausstellung am Thema "Erzählen" auszurichten, darf sich heutigentags schon an der Banalität dieses Sachverhalts bemessen. Da braucht es irgendwelchen Mehrwert, um die Sache gut zu machen. Das Kunsthaus findet ihn in der Konfrontation zweier Generationen und bietet sich der jüngeren erstmals dezidiert als Sprungbrett an. Außerdem haben sich die sorgsam waltenden Kuratorinnen Katrin Bucher Trantow und Katia Schurl in der Auswahl der präsentierten Positionen auf Österreich und seine Nachbarländer konzentriert. Womit die ganze Veranstaltung selbst zur zitatreichen Erzählung wird. Trigon lässt grüßen. Wie auch die unmittelbarste Vergangenheit.

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