Vom Imperium zur Provinz

Steiermark Kultur | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

LITERATUR Juri Andruchowytsch, einer der bekanntesten Schriftsteller der Ukraine, kommt nach Graz. In seinen Büchern fließt Hochprozentiges in Strömen - doch er will mit ihnen auch nicht weniger als die Welt verändern.

Einen Rubel heißt es rausrücken, um in die zugige, stacheldrahtbewehrte Schluckhütte mit Plastikdach in einem Winkel von Moskau zu kommen. Juri Andruchowytsch weiß auch, warum das so sein muss: "Tribut an Beelzebub, dessen Interessen ein kriminell aussehender Kerl in vormals weißer Kleidung vertritt", schreibt der vielleicht wichtigste Autor der Ukraine, des nach Russland zweitgrößten Landes Europas, in seinem eben bei Suhrkamp in deutscher Übersetzung erschienenen Buch "Moscoviada". Und weiter: "Wobei der [...] Rubel nicht etwa unwiederbringlich verloren ist. Man bekommt ihn zurück, zurückgezahlt in Form eines Fisches, eines tristen, grauen, toten Fisches, den man nie kaufen würde, könnte man sein Bier auch so bekommen." Doch um endlich das mitgebrachte Einmachglas


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige