Grau in Grau

Wolfgang Kralicek | Steiermark Kultur | aus FALTER 45/06 vom 08.11.2006

THEATER Ist ein Regisseur im Saal? Patrick Schlössers karge Inszenierung von Schnitzlers "Zwischenspiel" im Schauspielhaus.

Der Flügel ist im Boden versunken. Das muss man wohl symbolisch verstehen: Auch Kapellmeister Amadeus Adams (Dominik Warta) und seine Frau, die Opernsängerin Cäcilie Adams-Ortenburg (Steffi Krautz), sind gerade dabei, den sicheren Boden unter den Füßen zu verlieren. Er ist drauf und dran, den wenig subtilen Signalen seiner Gesangsschülerin, der Gräfin Friederike (Sophie Hottinger), zu erliegen; sie lässt sich vom jungen Fürsten Sigismund (Julian Greis) umschwärmen.

Die Ehe ist also, pünktlich nach sieben Jahren, in eine Krise geraten. Aber weil man ja unter Künstlern und entsprechend "offen" ist, wird sofort alles besprochen, und die Eheleute beschließen, fortan nur noch "gute Freunde" zu sein. Eine erstaunlich radikale Lösung, die natürlich trotzdem nicht funktioniert. Drei Monate später - der Kapellmeister hat seine Affäre schon hinter sich - kommt

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