Auf Abwegen

Steiermark Kultur | Hermann Götz | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

THEATER Das Theater im Keller führt sein Publikum im Reisebus spazieren und beschimpft es unterwegs mit Peter Handkes "Untertagblues".

Handkes Helden sind Reisende. Das ist kein Geheimnis. Rastlos Reisende, die nach Gedanken hinter den Worten ringen, denn jedes Handke-Wort hat einen Hintergedanken. Das Theater im Keller hat die Unrast des Dichters beim Wort genommen und ist für die aktuelle Produktion aus seinem beliebten Gewölbe ausgebrochen. Der von Gogo Nachtmann inszenierte "Untertagblues" schickt das Publikum mit dem Reisebus durch die Grazer Vorstadt, zwei Stunden zwischen nie enden wollenden Ab-oder Zufahrtsstraßen und Shopping-Center-Lichtern. Vorspann wie Abspann der Produktion sind akustisch gestaltet, mit Alltagsgeräuschen und einer immer wieder unterbrochenen Blues-Gitarre, ein bisschen erinnert das an "Wish you were here", aber das soll jetzt auf keinen Fall tiefere Bedeutung haben.

Es ist allerdings eine ungewöhnliche, weil ganz und gar nicht beschauliche Handke-Reise,


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