Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

VERKLEIDEN II Wie er noch ein Kind war, hat der Bruder vom Wurschtelkind, das später in der Stadt Susi heißen wollt, noch zu Haus glebt. Dass der Bub anders war, hast ihm nicht nur am Blick angsehn. Hat durch dich grad durchgschaut als wärst ein Gfriersackerl! Und gredet hat er auch nix, nur mit seinen Stofftieren. Die ganze Kammer voll! Gredet in einer Sprache von einer anderen Welt. Weißt noch, damals, als sie den Buben dann ins Heim gsteckt haben? Die Mutter hat´s gern an Novemberabenden erzählt. Wie sie mit dem Mann im Hof die Fadln abgstochen hat, wie sie später die Würst stopfen wollten, wie sie die Därm nicht gfunden haben, wie sie überall gsucht haben. Wie sie ins Zimmer vom Buben kommen sind. Gstunken. Und alle Stofftiere in feuchte Darmanzüge packt. Und der Bub hat sich grad die Blasn über die Nasn zogen.


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