DOLM DER WOCHE

Wolfgang Zanger

Politik | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Der britische Brachialkomiker Sacha Baron Cohen offenbart gesellschaftliche Abgründe und Ressentiments. Dass die Gedankenwelt von Cohens Kunstfigur Bruno, der nach "Borat" in die Kinos kommen wird, nicht ohne Realitätsbezug ist, bewies letzte Woche der neue FPÖ-Abgeordnete Wolfgang Zanger: Ähnlich wie Cohens Bruno, der österreichischer Modejournalist ist und ab und zu gern einen Nazispruch ablässt, hat auch Zanger ein eigentümliches Verhältnis zur NS-Zeit. "Natürlich hat es gute Seiten am Nationalsozialismus gegeben", erklärte Zanger vergangene Woche in der ORF-Sendung "Report", "nur die hören wir heute alle nicht mehr. (...) Bau-Ideen oder Straßenbau - die Autobahnen sind damals entstanden." Derartige braune Sprechblasen aus freiheitlichem Mund überraschen nicht mehr wirklich. Es erschreckt aber doch, wie leicht sich FPÖler Derartiges entlocken lassen. Was würden die erst einem Borat oder einem Bruno erzählen?


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