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Politik | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Jetzt zeigt auch schon der sonst so friedfertige Professor seine Muskeln. Weil sich die Streithansln von SPÖ und ÖVP nicht einmal auf Verhandlungen einigen konnten, riss Alexander Van der Bellen der Geduldsfaden. Der grüne Chef drohte, nach Angelobung einer roten Minderheitsregierung gleich in der ersten Parlamentssitzung einen Misstrauensantrag zu stellen - und damit die neue Regierung zu stürzen. Die Folgen: Neuwahlen. Brrr. Was soll denn dabei herauskommen? Diesen Wahlkampf kann man sich lebhaft ausmalen, damit würde nur der unerfreuliche Istzustand prolongiert: Genossen und Bürgerliche geben sich tagaus, tagein noch eine Runde Eurofight und schimpfen, dass natürlich die andern Schuld an der vertrackten Situation tragen. Auch die Grünen würden bei diesem Szenario nicht gut aussteigen, weil sie es gewesen wären, die Alfred Gusenbauers Truppe nicht einmal eine Chance gegeben hätten. Nur FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache könnte sich die Hände reiben. All das wären also wieder keine guten Voraussetzungen für eine Mehrheit links der Mitte, wovon die Ökos wahrscheinlich träumen. In den letzten sieben Jahren hat das Land eine schwarz-blau-orange Regierung samt unzähligen Ministerrücktritten ausgehalten. Dagegen kann sich ein rotes Minderheitskabinett mit Ablaufdatum doch bloß harmlos ausnehmen. N. W.


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