Haus der Konflikte

Politik | Heidemarie Uhl | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

DEBATTE Obwohl die Regierung abgewählt ist, basteln zwei Dutzend Historiker weiter am Haus der Geschichte. Droht nun ein Museum der Beliebigkeit?

Die Fronten in der Diskussion um das Projekt "Haus der Geschichte der Republik Österreich" scheinen klar: Den Proponenten des Projekts stehen viele kritische Stimmen aus der sogenannten scientific community gegenüber, die auf die Instrumentalisierung von Geschichtsmuseen für die Legitimierung der Nation verweisen. Das wäre die Aufgabe dieser Institutionen seit dem 19. Jahrhundert, dies sei auch die hidden agenda der offiziellen Ausstellungen zum Staatsvertragsjubiläum 2005 mit ihrer unkritischen Darstellung der österreichischen Erfolgsstory seit 1945 gewesen.

Die Jubiläumsausstellungen haben dem seit Ende der Neunzigerjahre diskutierten Vorhaben eines Zeitgeschichtemuseums allerdings eine neue Dynamik verliehen. Kurz nach ihrem Abbau wurden Vorschläge laut, diese Bestände als Grundstock einer Dauerausstellung zu nützen. Bundespräsident


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