PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Amerikaner haben ein verzerrtes Bild von Österreich - Waldheim, Haider und Schwarzenegger sei Dank. Umgekehrt ist es nicht anders, das beweisen bizarre Beiträge führender Medien. "Eine eiskalte Frau" titelte etwa die Sonntags-Krone über Hillary Clinton. Dazu eine Vernichtung, der kein Untergriff fehlte. "In rund 50 Büchern" werde Clinton als "hinterhältig" beschrieben, versicherte das Blatt. Kostprobe: "Sie sucht den Schatten anderer auf wie Fledermäuse das Dunkel." Von "lesbischer Veranlagung" bis "zu linksradikalen Tendenzen" ließ das Kleinformat kein Gerücht aus und vergaß auch nicht die schlimmste Sünde: Als Krone-Kolumnistin weigerte sich Clinton einst, die Sexaffäre ihres Mannes zu kommentieren. Während der Boulevard Kleingeist bewies, schwelgte das profil in großen Zeiten. Helmut A. Gansterer gedachte in Kalifornien der Hippie-Ära - und prophezeite Arnold Schwarzenegger das Ende: "Er wurde vom Hero zum Hiasl. Ein witziger Stehsatz seiner Filme (...) wurde zum Bumerang: Hasta la vista, Baby." Einen Tag später wählten die Kalifornier Arnie wieder zum Gouverneur.


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