FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Ganz unterschiedliche Typen sitzen in einer Talkshow und quatschen. Über ihre mühsame Mutter, Schönheits-OPs, Fußball, die große Liebe, Angela Merkel, die Zeitungslandschaft oder darüber, ob die Noch-Ehefrau von Paul McCartney eine geldgierige Person ist. In "Guildo und seine Gäste" (SWR, Di , 23 Uhr) lädt der schrullige Entertainer Guildo Horn Leute ein, die sonst im Fernsehen nichts zu melden haben, außer vielleicht als dankbare Spendenempfänger bei "Licht ins Dunkel": Menschen mit geistigen Behinderungen. Horn, im Brotberuf Sozialpädagoge und Musiktherapeut, gelingt eine völlig unpeinliche Gratwanderung zwischen feiner Unterhaltung und gesellschaftspolitischem Anspruch - er hat seine ganz eigene Art im Umgang mit den Gästen, mal respektlos, mal behutsam und einfühlsam. Dabei schafft er es, dass immer die Gäste im Vordergrund stehen und nicht ihr Handicap. Menschen, die die Dinge des Lebens manchmal so verblüffend auf den Punkt bringen, dass man nur so staunt. Eine schöne Sendung über das Menschsein, ohne Wehleidigkeit, ohne klebriges Mitleid, ohne Überheblichkeit.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige