Punk war nie nihilistisch"


Gerhard Stöger

Kultur | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

MUSIK Vor dreißig Jahren kam der Punk auf die Welt. Der amerikanische Kulturtheoretiker Greil Marcus erklärt, was vom Punk bleibt, was die Sex Pistols mit dem Maler James Ensor zu tun haben und warum Kurt Cobain starb.

Hattet ihr je das Gefühl, dass ihr beschissen wurdet?", fragte Johnny Rotten am 14. Jänner 1978 beim letzten Konzert der zu diesem Zeitpunkt bereits zerfallenen Sex Pistols im Winterland Ballroom in San Francisco. Etwas mehr als zwei Jahre davor, am 6. November 1975, war die Band im Londoner St. Martins Art College erstmals live aufgetreten. Zwischen diesen beiden Konzerten entstanden ein einziges Album ("Never Mind the Bollocks, Here's the Sex Pistols") und eine Handvoll Singles, allen voran das im November 1976 veröffentlichte Debüt "Anarchy in the UK" sowie das nachfolgende "God Save the Queen". Diese kurze Zeitspanne und das schmale Werk genügten aber, die bis heute letzte echte Rockrevolution auszulösen. Punk propagierte Innovation durch Zerstörung und ersetzte

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