OHREN AUF!

Groß, aber klar

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Drei Dirigenten leiten ein Orchester mit 109 Musikerinnen und Musikern, allein zwölf davon am Schlagwerk: Rein äußerlich mögen die 1957 uraufgeführten "Gruppen" von Karlheinz Stockhausen (geb. 1928) wie eine Fortsetzung der raumgreifenden Klangvorstellungen von Mahler, Schönberg ("Gurrelieder") oder Strauss erscheinen, und tatsächlich lässt sich der knapp halbstündige Brocken unschwer in einer deutsch-österreichischen Klangtradition verorten. Und doch war dieses Stück zu seiner Zeit ein radikales Novum.

Das riesige Orchester ist in drei Gruppen hufeisenförmig um das Publikum aufgestellt, jede Gruppe spielt in ihrem eigenen Zeitmaß - ein hochkomplexes, aber auch ohne Partiturkenntnis faszinierendes Spiel mit klanglichen und rhythmischen Schichten, das weniger auf die überwältigende Wirkung des Gesamtklangs zielt als auf höchste Transparenz.

Diese Durchhörbarkeit zu sichern, auf perkussive Feinarbeit zu setzen und nicht den Verlockungen gewaltiger Klangmassen nachzugeben, ist


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