Der Zirkus zieht weiter

Kultur | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

FILM Tizza Covi und Rainer Frimmel begleiten in ihrem beeindruckenden Dokumentarfilm "Babooska" eine Zirkusfamilie quer durch Italien.

Die junge Frau sitzt am Ufer eines Sees und lässt die Beine über den Steg baumeln. "Das Meer ist schöner", erklärt sie ihrem Freund und ihrer kleinen Schwester, "dort gibt es Wellen, und in der Ferne kann man den Sonnenuntergang sehen. Hier sieht man die Berge und ist eingeschlossen. Am Meer ist alles offen."

Die Offenheit, von der hier die Rede ist, wird in "Babooska" von Tizza Covi und Rainer Frimmel auf andere Art und in anderen Bildern spürbar, als man sie gemeinhin zu sehen bekommt. Die Ambivalenz zwischen Enge und Weite kommt nicht nur paradigmatisch in dieser Szene zum Ausdruck, sondern durchzieht den gesamten Film.

In mehreren Episoden begleiten die Filmemacher über einen Zeitraum von genau einem Jahr die zwanzigjährige Artistin Babooska, die mit ihrer Familie quer durch Italien reist, um in oft kalten, kleinen Ortschaften das Zirkuszelt aufzuschlagen.

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