Der letzte Weg

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

FILM Anita Natmeßnigs Dokumentarfilm "Zeit zu gehen" zeigt - direkt und dennoch diskret - das Sterben von Hospizinsassen.

Das Kino, wusste schon Jean Cocteau, sehe dem Tod bei der Arbeit zu. "Zeit zu gehen", ein Dokumentarfilm von Anita Natmeßnig über das CS (Caritas Socialis) Hospiz Rennweg, nimmt diese Beobachtung wörtlich; seine Dreharbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von drei Monaten, wohingegen die Aufenthaltsdauer der Patienten und Patientinnen im Hospiz durchschnittlich 25 Tage beträgt.

Ein paar von ihnen lernen wir kennen: Frau Stergerich, Herrn Moser, Frau Steindl, Herrn Linhart, Frau Reisinger, Herrn Stadler, alle Protagonisten werden beim Namen genannt, keiner der Genannten erlebt das Ende des Films. "Zeit zu gehen" setzt auf Konkretion, nicht Verallgemeinerung, und wird eben dadurch zum allgemeingültigen Dokument.

Man sieht Menschen beim Sterben, wie sie von Tag zu Tag immer weniger, immer durchscheinender werden. Und man sieht die Pflegerinnen und Pfleger, die

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