STREIFENWEISE

J. Schätz / M. Pekler | Kultur | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Auge um Auge" heißt eine Schau über Todesstrafe im Film, die der Verein LichtBlick vom 20. bis zum 26.11. gemeinsam mit Amnesty International ausrichtet. Mit den 14 nicht unoriginell ausgewählten Filmen (Nagisa Oshima statt "Dead Man Walking"!) wird eine genuin filmische Ethik des Genauerhinschauens und der berechtigten Kritik an der Endgültigkeit der Todesstrafe in Stellung gebracht. Zwischen Aktuellem ("Capote") und Kanonisiertem (Fritz Langs "M") gibt es dabei auch die eine oder andere Rarität zu entdecken. Eröffnet wird die Schau zum Beispiel mit der aktuellen Arbeit des renommierten, hierzulande selten gezeigten indischen Arthouse-auteurs Adoor Gopalakrishnan: Im störrischen Moraldrama "Nizhalkkuthu" (2002) zerbricht ein alter Henker an seinem Beruf. Die gewagt offene, zweigeteilte Struktur des Films erinnert an den heißesten Scheiß im aktuellen Kino-Modernismus (sprich, an Apichatpong Weerasethakul). In der kitschig-erhabenen Naturromantik der Bilder, im hölzern-wuchtigen

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