INTERVIEW WERNER MEISINGER

"Noch kein Überangebot"

Stadtleben | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Vor fünf Jahren gründete Werner Meisinger gemeinsam mit seiner Frau Ramona Mahr das Xocolat, damals Wiens erstes puristisches Schokofachgeschäft. Der Falter sprach mit dem Gründer des Chocolate Lovers Club über die Wiener Schokoszene und die Gründe für den aktuellen Schokoladenhype.

Falter: Herr Meisinger, wie erklären Sie sich den derzeitigen Schokoladenboom?

Werner Meisinger: Schokolade galt noch nach dem Ersten Weltkrieg als Luxus. Mit dem neuen Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg war Schokolade für jeden verfügbar und wurde ohne Reflexion verbraucht. Ab einem gewissen Punkt ging es dann nicht mehr um den Geschmack, sondern nur mehr um den Auftritt, die Verpackung, um die Funebene. Zum Beispiel beim Spruch "Knack dir eine Ecke ab" - da war das Knacken das Thema. Das kann doch kein Hauptargument für ein Genussmittel sein. Da ist etwas verloren gegangen. In dieser Krise, die schon starke Auswirkungen auf das Entstehen des Kakaos hatte, hat dann vor etwa 15 Jahren eine Gegenbewegung


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