TIER DER WOCHE

Dancing Stars

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

Begonnen hat die österreichische Tanzfreude gleich nach der Nationalratswahl, und man sang das beliebte Kindergartenlied: "Ich bin ein dicker Tanzbär und komme aus dem Wald / Ich such mir einen Freund aus und finde ihn schon bald." Dabei dachte natürlich niemand ernsthaft an das dumpf erzwungene Tapsen von Tanzbären oder das orientierungslose Trudeln gleichgewichtsgestörter Tanzmäuse, sondern man wollte in eleganter Choreografie bis zum baldigen rot-schwarzen Matrimonium dahingleiten. Doch daraus wurde viel mehr eine Tarantella, jener in Südtirol verbreitete Volkstanz, den im Mittelalter alle an einer Art Gemütskrankheit leidenden Menschen zur Therapie tanzen mussten. Die Heilpraxis wird vom Wissenschaftler Wolfgang Crome folgendermaßen beschrieben: "Auf einer Geige wird eine muntere Tanzweise gefiedelt. Der Patient - eben noch scheinbar in den letzten Zügen liegend - erhebt sich schon bei den ersten Takten und beginnt, nach der vorgespielten Weise zu tanzen. Das Fiedeln wird


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