Der letzte Akt der Avantgarde

Thomas Wolkinger | Steiermark Kultur | aus FALTER 46/06 vom 15.11.2006

LITERATUR Vor gut zehn Jahren ging mit dem Rücktritt Walter Gronds als Präsident des Forum Stadtpark eine Ära zu Ende. Ein Gespräch über Hochwasser, Paranoia und neue Handlungsräume jenseits der Avantgarde.

Es war einer der großen Umbrüche der Grazer Kulturlandschaft. Mit Nachbeben, die sich - bei genauer Messung - noch heute deutlich nachweisen lassen. Als damals, vor gut zehn Jahren, der Schriftsteller Walter Grond, Jahrgang 1957, der sich mit Büchern wie "Labrys" oder "Das Feld" bereits den Ruf eines "Jung-Genialischen" (Julian Schutting) erworben hatte, als Präsident des Forum Stadtpark antrat und die "kanonisierte Avantgarde" überaus heftig hinterfragte, letztlich zu stürzen beabsichtigte, da gingen nicht nur persönliche Beziehungen - mit seinem Förderer, dem Grazer Literatur-Doyen Alfred Kolleritsch etwa - auf schmerzhafte Weise in Brüche. Auch das Forum selbst stand, nach durchaus monomanischen Projekten wie dem Reiseromanexperiment "Grond Absolut Homer" und endlosen

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